Nach der Flut ist vor der Flut


Unter diesem Titel sendete Phönix am 17.6.2013 eine Zusammenfassung der Flutereignisse an der Elbe. Dr. Harald Wegner war live im Studio zu Gast bei der Moderatorin Julia Schöning, um eine wasserwirtschaftliche Einschätzung der Möglichkeiten und Grenzen von Hochwasserschutz zu geben.

Dr. Wegner erklärte, dass es im Wesentlichen zwei Gründe für das Versagen von Deichen gibt: Die Überströmung und eine nicht ausreichende Dauerstandfestigkeit. Beides spielte an der Elbe in unterschiedlichen Abschnitten eine Rolle. Einige Deichabschnitte haben strukturell versagt oder mussten aufwändig gesichert werden. Für wieder andere Deichabschnitte war der nach ersten Einschätzungen über 100-jährliche Wasserstand zu hoch und sie wurden überströmt. Das Risiko einer Deichüberströmung wird bei großen Hochwasserereignissen nie sicher zu verhindern sein. Heute gebaute oder sanierte Deiche sind jeweils deutlich sicherer als die oft Jahrzehnte alten Deiche im Bestand. Die Planungszeiten für einen abgestimmten Hochwasserschutz sind lang, die im Jahr 2007 in Kraft getretene Hochwasser-Risiko-Management-Richtlinie der EU gibt einen Rahmen für die weiteren Arbeiten. Der These von einer Konzentration der Kompetenzen auf Bundes- statt auf Länderebene widersprach Dr. Wegner: Die örtliche Kenntnis der jeweiligen Situation hat ein hohes Gewicht, die Koordination der Länder untereinander war gegenüber der Flut von 2002 deutlich besser. Die Flutung von Havelpoldern hat eine Entlastung bewirkt, an der wir innerhalb unseres Projektes "Stauhaltung Brandenburg" Grundlagen geliefert haben.