Gewässerausbau

Nachweis nach BWK M3 für den Nordkanal in Neuss - erweitertes Verfahren Entwurf 2004

Auftraggeber:

Stadtentwässerungsbetriebe Neuss

Leistungsphasen:

Grundlagenermittlung, Vorplanung

Projektdetails:

19 Einleitungen, 5.500 m Gewässer

Zeitraum:

2005-2006


Der Bau des Nordkanals geht auf Napoleon zurück. Der Nordkanal ist im Stadtgebiet von Neuss ein ausgebautes Gewässer als Verlängerung des Jüchener Baches. Insgesamt 19 Einleitungen aus Trenngebieten münden in das Gewässer.

Für die Netze des Stadtgebietes war der Nachweis der unschädlichen Einleitungen der urbanen Netze in das Gewässer nachzuweisen. Die üblichen hydrologischen Verfahren sind in diesem speziellen Fall nicht zielführend, da durch die nicht erfasste Retention unrealistische Belastungen errechnet werden.
In Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden wurde vereinbart, eine hydrodynamische Berechnung zu nutzen und das erweiterte Verfahren des BWK Nachweises in der Form des Ent-wurfs von 2004 zugrunde zu legen. Kritische Bedingungen werden an Überschreitungen von Sohlschubspannungen geknüpft. Schädliche Störereignisse sind wie folgt definiert:

  • Bei einem Ereignis wird auf 30 % der Gewässerlänge die kritische Sohlschubspannung überschritten
  • Bei einem Ereignis treten Störungen auf einer Länge von mehr als 500 m auf, die nicht durch einen Regenerationsraum von mindestens 100 m unterbrochen sind
  • Störereignisse nach obiger Definition dürfen nur maximal 2-jährlich auftreten

Die Auswertungen folgen damit dem in der nächsten Abbildung gezeigten Muster. Strecken von Überschreitungen der Schubspannungen sind innerhalb gewisser Grenzen erlaubt. Dies berücksichtigt zum einen Sonderstrukturen wie Brücken oder Engstellen, an denen sich natürliche Verhältnisse in dieser Umgebung praktisch nicht herstellen lassen. Zum anderen werden die ökologischen Randbedingungen der möglichen Wiederbesiedlung berücksichtigt. Das Muster der Überschreitungen darf die oben beschriebenen Randbedingungen nicht überschreiten.

Die Berechnungen und Auswertungen mit dem hydrodynamischen Modell erfolgten auf Grundlage von einer Regenserie, die sehr weit eingegrenzt werden konnte. Neben Maximalereignissen waren besonders die „ökologisch wichtigen“ Ereignisse im Bereich einer Jährlichkeit von 0,5 bis zu 5 Jahren zu betrachten.

Auf Grundlage der umfangreichen Betrachtungen aller möglichen Randbedingungen wurde vereinbart, dass für die Einleitungen des Nordkanals aufgrund des sehr hohen Retentionsvermögens und den nur sehr kurzen Überschreitungen der zulässigen Schubspannungen keine besonderen Maßnahmen zur Retention erforderlich sind.

Dokumente zum Download:

Schema der Auswertung nach dem Entwurf BWK 2004

Schema der Auswertung nach dem Entwurf BWK 2004

Einzugsgebiet des Nordkanals in Neuss

Einzugsgebiet des Nordkanals in Neuss

Schubspannungsverteilung im Verlauf des Nordkanals

Schubspannungsverteilung im Verlauf des Nordkanals

Sensitivität des Nachweises auf unterschiedliche Grenzwerte von Schubspannungen

Sensitivität des Nachweises auf unterschiedliche Grenzwerte von Schubspannungen

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