Gewässerausbau

Deichertüchtigung an der Kläranlage Lohmar-Donrath

Auftraggeber:

Aggerverband

Leistungen:

Vor-/Genehmigungs-/ Ausführungsplanung
Vorbereitung Vergabe
Bauüberwachung

Projektdaten:

Lage: Agger, Rhein-Sieg Kreis
gepl. Deichlänge: 400 m

Baukosten:

390.000 EUR

Leistungszeitraum:

2006 - 2007


Die Stadt Lohmar liegt am Rand des Rhein-Sieg Kreises im nahen Umfeld sowohl von Bonn wie von Siegburg. Die Bebauung des Ortsteils Donrath und die Kläranlage (KA) Donrath befinden sich in mittelbarer Nähe zur Agger als Hauptgewässer des südlichen Bergischen Landes. Die Kläranlage und die abseits liegende Ortslage sind heute bereits durch einen Deich gegen Hochwasser geschützt.

Im Jahr 2004 wurde der Hochwasseraktionsplan Agger aufgestellt. In diesem Zusammenhang wurde ein einzugsgebietsdeckendes Niederschlag-Abfluss Modell (NAM) fortgeführt, mit dessen Hilfe die Abflussmengen und -füllen seltener Ereignisse berechnet und daraus Überschwemmungsgebiete bestimmt wurden.

Die sich 100-jährlich einstellenden Überschwemmungen überdecken die weiten, oben abgebildeten Auen des Planungsraumes im Mündungsgebiet von Sülz und Agger.

Der Schutz des vorhandenen Deiches ist nach den neuerlichen Erhebungen nicht ausreichend. Neben der Gefährdung der Ortslage ist vor Allem die Kläranlage stark beeinträchtigt. Aufgrund der hohen Gefährdung soll der Hochwasserschutz für ein 100-jährliches Ereignis sichergestellt werden.

Neben der hydraulischen Überrechnung des gesamten Systems und der Verifizierung der Bemessungswasserspiegel in der räumlichen Detaillierung war von besonderer Bedeutung, die Ertüchtigung des vorhandenen Deiches mit minimaler Beeinträchtigung des Naturraumes, aber auch des gegenwärtigen Abflussquerschnittes zu bewältigen.

Besondere Schwierigkeiten bei der Ausweisung der erforderlichen Maßnahmen waren daher:

  • die räumliche Enge zwischen Kläranlage und dem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Aggervorland
  • die Anforderungen an die Dichtigkeit des Deiches unter Beibehaltung des Bestandsdeiches und
  • die Befestigung der Deichkrone für die Befahrbarkeit im Rahmen der Unterhaltung/Deichverteidigung

Die bauliche Enge zwang dazu, die Böschungen bereichsweise in Form einer kunststoffbewehrten Erdstützkonstruktion auszuführen. Dadurch werden Steilböschungen von bis zu 60° realisierbar, die Aufhöhung und Ausbau der Deichkrone als befahrbaren Betriebsweg ermöglichen, ohne den vorhandenen Abflussquerschnitt weiter einzuengen.

Der vorhandene Deich musste auch im Hinblick auf seine Dichtigkeit ertüchtigt werden. Um den Eingriff in den Natur- und Landschaftsraum weitestgehend unberührt zu belassen, bleibt der bestehende Deichkörper erhalten; die Abdichtung wird durch eine nachträglich eingefräste Dichtwand im Mixed-In-Place Verfahren hergestellt. Dabei wird in den Kern des Bestandsdeiches eine Bentonit-Suspension eingebracht.

Die Abbildung zeigt die geplanten Ertüchtigungsmaßnahmen am zukünftigen Ausbauprofil; dabei ist die Dichtwand, in der Deichmitte symbolisiert, die kunststoffbewehrte Erdstützkonstruktion wird in 2 Lagen aufgebracht und die Deichkrone dabei für deren Befahrbarkeit befestigt.

Der Bau der Maßnahme wird in 2007 ausgeführt.

Dokumente zum Download:

Während der Bauphase

Während der Bauphase

Während der Bauphase

Während der Bauphase

Geplante Deichaufhöhung und Abdichtung

Geplante Deichaufhöhung und Abdichtung

Potenzielles Überschwemmungsgebiet an der KA Donrath

Potenzielles Überschwemmungsgebiet an der KA Donrath

Während der Bauphase

Während der Bauphase

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