Firmenerweiterung im Überschwemmungsgebiet - Nachweis mit 2-D-Berechnung
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Auftraggeber: |
Firma Matador |
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Leistungen: |
Studie |
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Leistungszeitraum: |
2007 |
Die Fa. Matador plante zur unmittelbaren Erweiterung ihres Firmengeländes im Morsbachtal in Remscheid den Umbau einer Halle. Das Firmengelände liegt inkl. der geplanten Erweiterung im amtlich festgelegten Überschwemmungsgebiet (ÜSG) des Morsbaches. Die Untere Wasserbehörde (UWB) Remscheid hat die Genehmigung des geplanten Bauvorhabens im ÜSG nach §31b WHG u.a. unter Einhaltung der Bedingungen in Aussicht gestellt, dass „die Hochwasserrückhaltung nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden darf. Der Verlust an verloren gehendem Rückhalteraum muss zeitgleich ausgeglichen werden.“
Mit den bis dato zur Verfügung stehenden Ergebnisdaten der Spiegellinienberechnung für den 100-jährlichen Lastfall war keine Aussage bezüglich des Verlustes an Rückhalteraum durch den Bau der Firmenerweiterung möglich. Hinzu kam, dass die früheren Berechnungen u.a. auf einer unkorrekten Annahme einer Brückenhöhe im Zufahrtbereich des Firmengeländes fußten. Durch aktuelle Vermessungen bestand die Möglichkeit, Datensätze und Berechnungen anzupassen. Im Zuge der Anpassung der Grundlagendaten wurde beschlossen, den Gewässerabschnitt im Bereich der Fa. Matador für den 100-jährlichen Lastfall 2-dimensional instationär nachzurechnen. Hiermit sollte zum Einen der Nachweis erbracht werden, dass Firmengelände und -erweiterung auch unter den angepassten Berechnungsdaten im ÜSG liegen. Zum Anderen sollte das durch den Bau des Erweiterungsgebäudes verloren gehende Rückhaltevolumen quantifiziert werden, um den Umfang von Ausgleichsmaßnahmen festlegen zu können.
Die 2-d-Berechnungen wurden mit dem Programm MIKE FLOOD des DHI durchgeführt. Zum Aufbau des Modells wurden neben den aktuell aufgenommenen Vermessungsdaten auch die Daten des korrigierten Hydraulikdatensatzes genutzt.
Die vorliegenden Profilgeometrien konnten hierfür problemlos konvertiert werden. Die vorhandene Bebauung des Firmengeländes wurde ebenfalls in die Berechnungen integriert. Als hydraulischen Randbedingung wurde das HQ100 für diesen Abschnitt von 30,08 m³/s angesetzt. Als Ergebnis wurde die maximale Ausdehnung des ÜSG und die maximalen Wassertiefen im Bereich des Firmengeländes ermittelt.
Auf der Grundlage der 2-dimensionalen Berechnung wurde die Ausdehnung des amtlich festgelegten ÜSG des Morsbaches im Bereich des Firmengeländes verifiziert. Durch die Ermittlung der sich maximal einstellenden Wassertiefen konnte die erforderliche Höhenlage der geplanten Firmenerweiterung sicher bestimmt werden. Das durch die Erweiterung verloren gehende Rückhaltevolumen wurde exakt bestimmt. Ausgleichsmaßnahmen konnten somit präzise und auf der Basis einer abgesicherten und zuverlässigen Berechnung erfolgen. Durch die 2-dimensionale Berechnung mit den im Ergebnis sehr anschaulichen Darstellungen auch der Entwicklung der Überflutung konnten alle Beteiligten von einer Lösung überzeugt werden, die sowohl die wirtschaftlichen Aspekte der Betriebserweiterung als auch die wasserwirtschaftlichen und ökologischen Randbedingungen berücksichtigt.



