Neuaufbau eines Abwasserkatasters für ein Chemiewerk
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Auftraggeber: |
Rütgers Chemicals GmbH |
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Leistungen: |
Beratung, Engineering |
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Leistungszeitraum: |
2004 - 2006 |
Veranlassung:
Am Firmensitz in Castrop-Rauxel betreibt der Chemiekonzern Rütgers Chemicals GmbH die weltweit größte Raffinerie für Steinkohlenteer. Das heute rund 86 ha große Werksgelände besteht seit dem Jahr 1897 und wurde seitdem bedarfsorientiert erweitert und umgestaltet, was die Struktur der Entwässerungseinrichtungen stark beeinflusst hat.
Gemäß der Verordnung nach § 7a WHG und § 52 (4) LWG NRW verlangt die zuständige Behörde die Vorlage eines Abwasserkatasters für das Werksgelände, welches die Einhaltung des maßgeblichen Standes der Technik dokumentiert und nachweist. Das Abwasserkataster muss alle 5 Jahre fortgeschrieben werden.
Das bisherig gültige Kataster aus dem Jahr 1997 musste wegen umfangreicher Restrukturierungen neu aufgestellt werden. Dazu wurden alle Abwasseranfallstellen der sechs Abwasserarten vollständig und detailliert erfasst. Das Kataster bildet somit auch die Grundlage für die neue Strukturierung der vier Ableitsysteme.
Struktur des Abwasserkatasters:
Die Infrastruktur und die technischen Einrichtungen des gesamten Werksgeländes sind in 119 funktionale Teilbereiche untergliedert und werden als Technische Anlagen mit ihren Technischen Plätzen verwaltet. Die neue Struktur des Abwasserkatasters greift diese Organisation auf und beschreibt jeden Teilbereich. Dadurch kann das Kataster problemlos in das offizielle Berichtswesen der Rütgers Chemicals GmbH eingegliedert werden.
Die Anlagenbeschreibung besteht aus Formblättern, die neben allgemeinen Angaben zunächst Informationen über den Zweck der Anlage, die zugehörigen Anlagenteile und die Technische Anlagen- und Betriebsbeschreibung enthält. Danach werden die vorkommenden Abwasserarten ausgewiesen. Die Anfallstellen werden mit einer neu entwickelten Abwasserstromkennung ausgestattet, die bereits Auskunft über das zugehörige Ableitsystem gibt:
Jede Abwasserart wird anschließend separat in einem eigenständigen Formblatt detailliert erläutert. Neben der Ableitung jedes Abwasserstroms werden Angaben zu Herkunft und Quelle, zum Verschmutzungsgrad, Mengenangaben, ggf. zugehörige Analysen der Abwasserzusammensetzung und der derzeitigen Anbindung an das Ableitsystem dargestellt.
Die Ableitsysteme werden ergänzend in übersichtlichen Netzplänen dargestellt, wobei die Anbindung der einzelnen Anfallstellen an das zugehörige Ableitsystem mit dargestellt wird. Die formalisierte Anlagenbeschreibung in Kombination mit diesen Netzplänen dokumentiert den Anfall und die Handhabung des jeweiligen Abwassers von der Quelle bis zum Verlassen des Werksgeländes.
Fazit:
Mit dem vollständig neu aufgebauten Abwasserkataster konnte Rütgers Chemicals GmbH ein Instrument zur Verfügung gestellt werden, mit dem die wasserrechtlich vorgeschriebenen Dokumentationen und Nachweispflichten erfüllt werden. Durch die gewählte modulare Struktur sind keinerlei Vorkenntnisse des Werksgeländes zum Verständnis des Abwasserkatasters erforderlich. Gut strukturierte praxisorientierte Unterlagen nehmen einerseits den Sprachgebrauch der Werkszugehörigen auf und können andererseits von Dritten einfach nachvollzogen werden. Die Pflege und Fortschreibung ist zukünftig deutlich vereinfacht, da Aktualisierungen abschnittsweise erfolgen können. Das Abwasserkataster dient darüber hinaus als wertvolle Planungsgrundlage bei der Umsetzung des Zukunftskonzeptes


